Die NASA verfeinert ihr Artemis-Programm und führt eine zusätzliche Mission ein, um Risiken zu mindern und die Rückkehr von Astronauten zur Mondoberfläche zu beschleunigen. Die Agentur kündigte an, dass sie im Jahr 2027 einen bemannten Orbitaltestflug durchführen wird, bevor die Landung von Artemis III im Jahr 2028 geplant ist. Mit diesem Schritt sollen Lücken in der Prüfung und Integration kritischer Hardware – insbesondere des Mondlanders – geschlossen werden, bevor eine risikoreiche Mondlandung in Angriff genommen wird.
Die überarbeitete Artemis-Roadmap
Ursprünglich sah der Plan der NASA einen unbemannten Mondvorbeiflug mit Artemis II vor (geplant für April), direkt gefolgt von der bemannten Landung von Artemis III im Jahr 2028. Nun wird Artemis III eine spezielle Mission in eine erdnahe Umlaufbahn vorausgehen.
Der neue Flug wird es Astronauten ermöglichen, das Andocken an den Mondlander in einer kontrollierten Umgebung zu üben und so mögliche Komplikationen während der tatsächlichen Mondlandung zu reduzieren. Der NASA-Administrator Jared Isaacman betonte die Notwendigkeit, längere Verzögerungen zwischen den Starts zu vermeiden, und erklärte: „Man verlässt nicht einen unbemannten Start … wartet drei Jahre, umrundet den Mond … wartet drei Jahre und landet darauf.“*
Auf zentrale Anliegen eingehen
Die Entscheidung, den Orbitaltestflug hinzuzufügen, unterstreicht das Bewusstsein der NASA für die großen technischen Herausforderungen, die vor uns liegen. Das Artemis-Programm hängt stark von der SpaceX-Rakete und dem Lander Starship ab, bei denen es beide zu Verzögerungen kam. Der Orbitaltest wird eine reale Bewertung der integrierten Systeme – einschließlich der Orion-Kapsel, des Landers und der Astronautenanzüge – ermöglichen, bevor eine Landung auf dem Mond riskiert wird.
Isaacman erklärte, dass das Testen dieser Systeme in einer erdnahen Umlaufbahn besser sei, als auf Probleme auf der Mondoberfläche zu stoßen. „Mir wäre es auf jeden Fall viel lieber, wenn die Astronauten die integrierten Systeme testen würden … im erdnahen Orbit als auf dem Mond“, sagte er.
Verzögerungen bei der Auswahl von Artemis II und Lander
Die Artemis-II-Mission, die Astronauten um den Mond schicken wird, hat ihre eigenen Rückschläge erlitten. Ein an der Space Launch System (SLS)-Rakete entdecktes Heliumleck zwang die NASA, das Fahrzeug zur Reparatur ins Vehicle Assembly Building zurückzubringen. Der frühestmögliche Start ist nun April, das genaue Datum bleibt jedoch ungewiss.
Ein weiterer kritischer Punkt ist die laufende Auswahl des Mondlanders. SpaceX hat einen Vertrag zum Bau des Landers, aber die Verzögerungen bei Starship veranlassten die NASA, von SpaceX einen überarbeiteten Plan anzufordern, um eine schnellere Rückkehr zum Mond zu gewährleisten. Der Lander selbst bleibt ein entscheidender fehlender Teil in den Mondambitionen der NASA.
Blick nach vorne
Die NASA strebt weiterhin Mondlandungen mit Artemis IV und V im Jahr 2028 an. Die Agentur geht davon aus, dass der zusätzliche Testflug im Orbit dazu beitragen wird, Risiken zu reduzieren und die Gesamtzuverlässigkeit des Artemis-Programms zu verbessern. Durch die Priorisierung inkrementeller Tests hofft die NASA, eine sicherere und nachhaltigere Rückkehr zum Mond zu gewährleisten.
