Ein deutsches Luft- und Raumfahrtunternehmen, Isar Aerospace, unternimmt heute, am 21. Januar, einen historischen Startversuch vom Weltraumbahnhof Andøya im Norden Norwegens. Im Erfolgsfall wäre dies das erste Mal, dass eine Rakete von europäischem Boden aus in die Umlaufbahn gelangt. Das Startfenster öffnet um 15 Uhr. EST (2000 GMT; 21 Uhr Ortszeit in Norwegen).
Erster Versuch und was schief gelaufen ist
Dies ist nicht der erste Versuch von Isar Aerospace. Am 30. März letzten Jahres startete ihre Spectrum-Rakete vom selben Standort aus, kam jedoch weniger als eine Minute nach Beginn des Fluges zu einer Anomalie, die zu einem Absturz ins Meer führte. Erste Orbitalstarts sind bekanntermaßen schwierig, und dieses Ergebnis war erwartet, wenn auch spektakulär, da der Misserfolg einen dramatischen Feuerball in der arktischen Landschaft auslöste.
Warum das wichtig ist: Europas Weltraumambitionen
Beim zweiten Versuch mit dem Titel „Onward and Upward“ geht es nicht nur um technischen Erfolg; Es geht um Europas strategischen Vorstoß für einen unabhängigen Zugang zum Weltraum. Derzeit verlassen sich viele europäische Nationen auf andere Länder, um Satelliten und Nutzlasten in die Umlaufbahn zu bringen. Eine zuverlässige, selbst entwickelte Startkapazität ist sowohl für die Verteidigung als auch für die wirtschaftliche Unabhängigkeit von entscheidender Bedeutung.
Was ist an Bord?
Im Gegensatz zum ersten Testflug trägt dieser Start tatsächliche Nutzlasten: fünf Cubesats und ein wissenschaftliches Experiment. Dies zeigt den Fortschritt von Isar Aerospace in Richtung Betriebsstarts und nicht nur in Richtung reiner Tests. Laut Unternehmensführung ist eine schnelle Iteration der Schlüssel zur schnellen Entwicklung dieser Fähigkeiten.
Start abgebrochen
Am 21. Januar, 11 Uhr EST, hat Isar Aerospace den geplanten Startversuch aufgrund eines Problems mit einem Druckventil abgesagt. Ein neuer Zieltermin wurde noch nicht bekannt gegeben.
„Europas unmittelbarer Bedarf an Zugang zum Weltraum ist klar“, sagte Daniel Metzler, CEO von Isar Aerospace. „Eine schnelle Iteration ist unerlässlich, um Raumfahrtfähigkeiten genau dann zu entwickeln, wenn sie benötigt werden.“
Diese Verzögerung unterstreicht die inhärenten Herausforderungen der Raketentechnik, selbst für Unternehmen, die schnell Fortschritte machen. Der Ehrgeiz Europas, ein bedeutender Raumfahrtakteur zu werden, hängt von der Überwindung dieser Hürden ab.
