Cannabisverbindungen sind vielversprechend bei der Umkehrung der Fettlebererkrankung

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Neue Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass in der Cannabispflanze enthaltene Verbindungen – insbesondere Cannabidiol (CBD) und Cannabigerol (CBG) – die Fettlebererkrankung bei Mäusen wirksam umkehren können, ohne psychoaktive Wirkungen hervorzurufen. Die von Wissenschaftlern der Hebräischen Universität Jerusalem durchgeführte Studie enthüllt einen neuartigen Mechanismus, durch den diese Cannabinoide die Stoffwechselgesundheit verbessern.

Wichtige Erkenntnisse: Stoffwechselumbau auf Leberebene

Die Forschung zeigt, dass sowohl CBD als auch CBG die Blutzuckerkontrolle deutlich verbessern, die Fettansammlung in der Leber reduzieren und die Blutfettwerte bei fettleibigen Mäusen senken. Überraschenderweise scheinen diese Effekte größtenteils außerhalb der traditionellen Cannabinoidrezeptorwege zu wirken, die typischerweise mit der Darm-Leber-Kommunikation verbunden sind. Stattdessen regen die Verbindungen die Leber dazu an, mehr Phosphokreatin zu produzieren, eine wichtige Energiereserve, die die Gesundheit und Funktion der Zellen unterstützt.

Nach vier Wochen fettreicher Diät zeigten Mäuse, die mit CBD oder CBG behandelt wurden, eine wiederhergestellte Leberfunktion. CBG erwies sich als besonders wirksam, da es im Vergleich zu CBD das Körperfett reduzierte, das „schlechte“ Cholesterin (LDL) senkte und die Insulinsensitivität dramatisch erhöhte.

„Unsere Ergebnisse identifizieren einen neuen Mechanismus, durch den CBD und CBG die Leberenergie und die lysosomale Funktion steigern“, erklärt Joseph Tam, der leitende Autor der Studie. „Diese duale metabolische Umgestaltung trägt zu einem verbesserten Lipid-Handling in der Leber bei und macht diese Verbindungen zu vielversprechenden Therapeutika für die metabolische Dysfunktion-assoziierte steatotische Lebererkrankung (MASLD).“

Der Aufstieg von MASLD und die Suche nach Behandlungen

MASLD, früher bekannt als nichtalkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD), hat die alkoholbedingte Lebererkrankung als weltweit häufigste chronische Lebererkrankung überholt und betrifft etwa ein Drittel der Erwachsenen. Im Gegensatz zu anderen Formen von Lebererkrankungen ist MASLD eng mit systemischen Stoffwechselstörungen verknüpft. Dies macht es zu einer weitaus weiter verbreiteten und komplexeren Erkrankung als bisher angenommen.

Der derzeitige Mangel an zugelassenen pharmakologischen Behandlungen für MASLD unterstreicht die Dringlichkeit, neue Therapieoptionen zu finden. Frühere Untersuchungen haben gezeigt, dass eine Kreatin-Supplementierung MASLD beseitigen, aber alkoholbedingte Lebererkrankungen verschlimmern kann. Die neue Studie baut auf diesen Ergebnissen auf und zeigt, dass bestimmte Cannabisverbindungen die Leber schützen können, indem sie Energie in Richtung Phosphokreatinsynthese verlagern und so Fette aus dem Organ entfernen.

CBD, CBG und die Zukunft der Cannabis-basierten Medizin

CBD ist bereits eine bekannte Verbindung in Cannabis, wobei einige Studien auf mögliche metabolische Vorteile hinweisen. Allerdings hat sich CBG, oft als „Mutter aller Cannabinoide“ bezeichnet, in letzter Zeit als noch vielversprechendere Alternative herausgestellt. Es wird sowohl in CBD als auch in THC umgewandelt, erzeugt aber in seiner reinen Form kein „High“.

Diese Studie ist die erste, die zeigt, dass Phytocannabinoide die Energiepufferung in der Leber grundlegend neu programmieren können. Ob sich diese Erkenntnisse auf den Menschen übertragen lassen, bleibt jedoch ungewiss. Dem aktuellen CBD-Markt mangelt es an strenger Regulierung, und die Bioverfügbarkeit bei oraler Einnahme kann sich von der Direktinjektion, wie sie in der Studie verwendet wurde, unterscheiden.

Weitere Forschung ist erforderlich, um zu verstehen, wie CBD und CBG mit der Leberfunktion interagieren, und um ein sicheres, einfach zu verabreichendes Medikament zu entwickeln, das ihre Wirkung nachahmt. Die therapeutische Lücke in der MASLD-Behandlung erfordert innovative Lösungen, und Cannabisverbindungen könnten einen neuen Weg nach vorne bieten.