Medizinische Evakuierung des Astronauten: Crew-11 kehrt vorzeitig von der ISS zurück

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Die NASA bringt vier Astronauten vorzeitig von der Internationalen Raumstation (ISS) nach Hause, nachdem bei einem Besatzungsmitglied ein medizinisches Problem aufgetreten ist, das fortgeschrittene Diagnosetests erfordert, die im Orbit nicht verfügbar sind. Dies ist die erste kontrollierte medizinische Evakuierung in der 25-jährigen Geschichte der ISS und verdeutlicht die Herausforderungen eines Langzeit-Raumflugs und die Einschränkungen der Gesundheitsversorgung vor Ort.

Die Situation entfaltet sich

Am 8. Januar gab die NASA bekannt, dass Crew-11 – Commander Zena Cardman, Pilot Mike Fincke, der Japaner Kimya Yui und der Russe Oleg Platonov – „innerhalb weniger Tage“ mit der SpaceX Dragon Endeavour-Kapsel zur Erde zurückkehren würden. Die Leiter der Agentur betonten, dass der Zustand des Astronauten „absolut stabil“ sei, eine vollständige Beurteilung jedoch eine Rückkehr zu erdgestützten Einrichtungen erfordere. Die Entscheidung, die Mission zu beschleunigen, wurde von NASA-Administrator Jared Isaacman als die beste Vorgehensweise erachtet.

Der Zeitpunkt ist bemerkenswert: Ein geplanter Weltraumspaziergang, an dem Fincke und Cardman beteiligt waren, wurde kurz vor der Ankündigung abgesagt, obwohl Beamte klarstellten, dass das medizinische Problem nichts mit den Vorbereitungen für den Weltraumspaziergang zu tun hatte (insbesondere das Risiko einer Dekompressionskrankheit im Zusammenhang mit Voratmungsverfahren).

Was wir wissen (und nicht wissen)

Die NASA hält die Identität des erkrankten Astronauten zurück, um die medizinische Privatsphäre zu schützen. Die Beamten haben bei der Erörterung der Situation auf die Verwendung geschlechtsspezifischer Pronomen verzichtet und strenge Vertraulichkeit gewahrt. JAXA bestätigte, dass Yui nicht das betroffene Besatzungsmitglied ist.

Der Chefarzt für Gesundheit und Medizin der NASA, J.D. Polk, beschrieb den Zustand als „schwerwiegend“**, ohne nähere Angaben zu machen. Die Agentur hat nicht bekannt gegeben, ob die Stabilität des Astronauten jemals beeinträchtigt war, und lehnte es ab, genügend Details für Schlussfolgerungen zu liefern. Dr. Polk stellte außerdem klar, dass die Krankheit nicht arbeitsbedingt war, konnte jedoch andere Formen von Verletzungen nicht ausschließen.

Das grundlegende Problem besteht, wie Dr. Polk feststellte, darin, medizinische Probleme „in den schwierigen Bereichen der Mikrogravitation“ zu behandeln.

ISS-Anamnese- und Evakuierungsprotokolle

Astronauten waren im Weltraum schon früher mit medizinischen Herausforderungen konfrontiert, darunter Zahnschmerzen, Infektionen, Rückenschmerzen und sogar ein Blutgerinnsel, das mit Medikamenten während des Fluges behandelt wurde. NASA-Beamte weisen darauf hin, dass statistisch gesehen etwa alle drei Jahre während der Betriebsdauer der ISS mit einer medizinischen Evakuierung zu rechnen war.

Diese Evakuierung wird als „kontrollierte beschleunigte Rückkehr“ und nicht als Notfall-Deorbit beschrieben. Diese Unterscheidung ist von entscheidender Bedeutung: Bei einem Notfall-Deorbit hat die Geschwindigkeit Vorrang vor Sicherheitsprotokollen, während der aktuelle Plan genehmigte Landezonen und Wetterbedingungen einhält, was darauf hindeutet, dass der Astronaut nicht in unmittelbarer lebensbedrohlicher Gefahr ist.

Rückkehrzeitplan und Notfallpläne

Die Dragon Endeavour soll am 14. Januar um 14:00 Uhr PT (17:00 Uhr ET) abdocken und am 15. Januar gegen 12:40 Uhr PT (3:40 Uhr ET) gezielt vor der Küste Kaliforniens abdocken. Die NASA wird die Abdock- und Landeereignisse live übertragen.

Es werden die üblichen Wiederherstellungsverfahren befolgt, einschließlich der Bereitschaft von medizinischem Personal und Notfallkrankenhäusern. Die Agentur behauptet, dass diese Evakuierung im Einklang mit den geltenden Sicherheitsmaßnahmen für die Rückkehr der Besatzung steht.

**Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die beschleunigte Rückkehr von Crew-11 die inhärenten Risiken eines Langzeit-Raumflugs unterstreicht, selbst bei fortgeschrittener Planung und medizinischen Fähigkeiten während des Fluges. Während die NASA behauptet, die Situation sei unter Kontrolle, unterstreicht die Evakuierung die Notwendigkeit robuster medizinischer Unterstützungssysteme für Astronauten, die außerhalb der unmittelbaren Reichweite der Erde operieren.