Archäologen haben die größte jemals in Wales gefundene römische Villa ausgegraben, die sich unterhalb des Margam Country Park in der Nähe von Port Talbot befindet. Die durch Bodenradar entdeckte Entdeckung wurde aufgrund des außergewöhnlichen Erhaltungszustands möglicherweise als „Pompeji von Port Talbot“ beschrieben.
Beispielloser Fund
Die 572 Quadratmeter große Villa ist ein bedeutender Fund für die walisische Geschichte und bietet beispiellose Einblicke in das römische Leben in der Region. Im Gegensatz zu den meisten bekannten römischen Überresten in Wales, die aus militärischen Anlagen bestehen, handelte es sich bei diesem Anwesen um eine luxuriöse Residenz, die wahrscheinlich einem hochrangigen örtlichen Beamten gehörte. Dr. Alex Langlands, der Projektleiter, stellte fest, dass der intakte Zustand der Struktur aufgrund der jahrhundertelangen unberührten Fläche im historischen Hirschgehege des Parks bemerkenswert sei.
Geschichte neu schreiben
Die Entdeckung stellt frühere Annahmen über den römischen Einfluss in Südwales in Frage. Experten glauben heute, dass es sich bei dieser Region nicht nur um ein Grenzgebiet handelte, sondern um ein hochentwickeltes Gebiet mit Gebäuden, die mit denen in den landwirtschaftlich geprägten Kerngebieten Englands vergleichbar waren. Die Villa zeigt, dass Margam, möglicherweise der Ursprung des regionalen Namens Glamorgan, während der römisch-britischen Zeit ein wichtiges Machtzentrum war.
Hauptmerkmale
Die Villa ist im Korridorstil mit zwei Flügeln und einer Veranda gestaltet und verfügt über sechs Haupträume und acht zusätzliche Kammern. Geophysikalische Untersuchungen ergaben außerdem ein nahegelegenes, 354 Quadratmeter großes, einschiffiges Gebäude, das wahrscheinlich als Scheune oder Versammlungssaal genutzt wurde. Das Team nutzte fortschrittliche 3D-Kartierung, um den Standort zu visualisieren und so eine präzise Dokumentation des Grundrisses der Villa und der umliegenden Merkmale sicherzustellen.
Konservierung und zukünftige Ausgrabungen
Um Plünderungen zu verhindern, bleibt der genaue Ort geheim. Der unmittelbare Schwerpunkt liegt auf der Erhaltung, gefolgt von weiteren Forschungen und der Beschaffung von Mitteln für umfangreiche Ausgrabungen. Die unberührte Natur des Ortes lässt auf gut erhaltene Artefakte schließen, die möglicherweise Aufschluss über das tägliche Leben im ersten bis fünften Jahrhundert n. Chr. geben. Der Tag der offenen Tür in der Margam Abbey Church am 17. Januar wird weitere Details enthüllen.
Die Entdeckung hat bei den Einheimischen für Aufregung gesorgt, und viele zeigten sich stolz auf die historische Bedeutung des Fundes. Wie ein Anwohner es ausdrückte: „Das wird uns bekannt machen … und wir werden stolz sein.“ Das Potenzial der Villa, das Verständnis des römischen Wales neu zu gestalten, liegt auf der Hand: Es handelt sich um einen bahnbrechenden Fund, der die Geschichte der Region neu definieren könnte.


























