Die NASA ist auf dem besten Weg, bereits am Samstag, dem 31. Januar, einen vollständig simulierten Start ihrer Megarakete Artemis II durchzuführen, mit der Möglichkeit eines tatsächlichen Starts am 6. Februar. Diese Mission stellt einen entscheidenden Schritt auf dem Weg zur Rückkehr von Menschen zum Mond dar – der erste bemannte Mondvorbeiflug seit über 50 Jahren und das erste Mal, dass eine Frau Teil der Mondmission sein wird.
Artemis II: Ein Sprung zur Mondlandung
Das Artemis-Programm zielt darauf ab, bis 2028 eine nachhaltige menschliche Präsenz auf dem Mond zu etablieren. Artemis II ist als zehntägiger Flug um den Mond konzipiert und dient als entscheidender Test aller Systeme vor der Artemis-III-Mission, die Astronauten auf der Mondoberfläche landen wird.
Die Space Launch System (SLS)-Rakete und das Orion-Raumschiff der Mission wurden bereits zur Startrampe im Kennedy Space Center in Florida gebracht. Der SLS ist imposante 322 Fuß hoch – höher als die Freiheitsstatue – und wird vor dem Start einer strengen „nassen Generalprobe“ unterzogen.
Strenge Tests im Gange
Bei der nassen Generalprobe wird die Fähigkeit der NASA demonstriert, die Rakete mit über 700.000 Gallonen kryogenen Treibstoffen zu füllen, wodurch ein vollständiger Countdown bis zum Start simuliert wird. Der Test könnte bis in die frühen Morgenstunden des 1. Februar dauern, da Techniker jedes System überprüfen.
Der aktuelle Kälteeinbruch in den USA wird ebenfalls berücksichtigt, da die NASA sicherstellt, dass ihre Umweltkontrollsysteme optimale Temperaturen für die empfindlichen Komponenten der Rakete aufrechterhalten können.
Bewältigung verbleibender Herausforderungen
Die NASA führt letzte Kontrollen vor dem Flug durch und geht dabei unter anderem auf den unerwartet hohen Gehalt an organischem Kohlenstoff im Trinkwassersystem von Orion ein. Dieses System wird die vier Astronauten an Bord mit Trinkwasser versorgen, daher ist Reinheit von entscheidender Bedeutung.
Die Besatzung – Commander Reid Wiseman, Pilot Victor Glover, Missionsspezialistin Christina Koch und Astronaut Jeremy Hansen von der Canadian Space Agency – begann am 23. Januar in Houston mit der Quarantäne, um den Start verzögernde Krankheiten zu vermeiden. Sie sollen etwa sechs Tage vor dem geplanten Start in Florida eintreffen.
Eine Geschichte der Verzögerungen und Zukunftsaussichten
Die Raumfahrt verläuft selten reibungslos. Bei der Artemis-I-Mission kam es im Jahr 2022 aufgrund von Problemen bei den Generalproben zu Verzögerungen, was die inhärente Komplexität dieser Unternehmungen verdeutlicht. Während die NASA einen Start im Februar anstrebt, hat das Programm ein Zeitfenster, das bis April 2026 reicht, falls unvorhergesehene Probleme auftreten.
Dieser Teststart ist mehr als nur ein Countdown; Es ist eine Bestätigung jahrzehntelanger Ingenieurs- und Planungsarbeit. Im Erfolgsfall wird es einen bedeutenden Meilenstein auf der erneuten Reise der Menschheit zum Mond darstellen und die Voraussetzungen für eine langfristige Monderkundung und schließlich eine dauerhafte Präsenz auf der Mondoberfläche schaffen.


























