Neues Gesetz verhängt unbegrenzte Geldstrafen für Angriffe auf Nutztiere durch Hunde

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Hundebesitzern in England und Wales drohen nun möglicherweise unbegrenzte Geldstrafen und das Risiko, dass ihre Haustiere beschlagnahmt werden, wenn ihre Hunde Nutztiere angreifen, jagen oder belästigen, gemäß einem neuen Gesetz, das am Mittwoch in Kraft getreten ist. Die aktualisierte Gesetzgebung, eine Änderung der über 70 Jahre alten Gesetze zur Besorgnis über Nutztiere, gewährt der Polizei erweiterte Befugnisse, DNA-Beweise von verdächtigen Hunden zu sammeln und Vorfälle unabhängig vom Standort zu verfolgen.

Steigende Vorfälle und finanzielle Belastung

Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund einer starken Zunahme von Angriffen auf Nutztiere, wobei die Versicherer von NFU Mutual im Jahr 2025 Verluste in Höhe von fast 2 Millionen Pfund aufgrund von Verletzungen und Todesfällen im Zusammenhang mit Hunden melden – ein Anstieg von 10 % gegenüber dem Vorjahr. Landwirte beschreiben diese Vorfälle seit langem als wiederkehrenden „Albtraum“, insbesondere da sich immer mehr Menschen mit ungeschulten Hunden in ländliche Gebiete begeben.

Ein Bauer aus Somerset, Joshua Gay, verlor im vergangenen Juni Tausende von Pfund, als ein freilaufender Hund etwa 35 seiner Schafe und Lämmer angriff. Einige Tiere wurden sofort getötet, andere starben an einem Hitzschlag, nachdem sie in dichtes Unterholz getrieben wurden. Dies verdeutlicht die brutale Realität der Sorge um Nutztiere: In Panik geratene Tiere können auch ohne direkte Bisse schreckliche Todesfälle erleiden.

Wichtige Änderungen im Rahmen des neuen Gesetzes

Das Dogs (Protection of Livestock) (Amendment) Act 2025 führt mehrere wichtige Änderungen ein:

  • Unbegrenzte Geldstrafen: Die Höchststrafe wurde entfernt, was härtere Konsequenzen ermöglicht.
  • Erweiterte Polizeibefugnisse: Die Strafverfolgungsbehörden können nun Hunde beschlagnahmen, bei denen der Verdacht besteht, dass sie eine anhaltende Bedrohung darstellen, und DNA-Beweise sammeln, indem sie zu diesem Zweck sogar Privatgrundstücke betreten.
  • Kostenerstattung: Gerichte können Straftätern anordnen, die Kosten für die Beschlagnahmung und Inhaftierung von Tieren zu tragen.
  • Umfassendere Zuständigkeit: Strafverfolgungen werden nun auch auf Straßen oder öffentlichen Wegen stattfinden, nicht nur auf privatem Ackerland.
  • Erweiterter Schutz: Das Gesetz umfasst nun auch Kameliden wie Lamas und Alpakas, deren Beliebtheit seit der ursprünglichen Gesetzgebung im Jahr 1953 zugenommen hat.

Warum das wichtig ist

Bei der Sorge um Nutztiere geht es nicht nur um finanzielle Verluste. Es geht um Tierschutz, den Lebensunterhalt auf dem Land und die zunehmenden Spannungen zwischen städtischen Besuchern und Bauerngemeinschaften. Die älteren Gesetze wurden als unzureichend angesehen, weil die Strafen zu niedrig waren, um unverantwortliches Verhalten abzuschrecken. Das neue Gesetz ist eine direkte Reaktion auf den wachsenden öffentlichen Aufschrei und den wirtschaftlichen Schaden.

Alpakabesitzerin Helen Edmunds wies darauf hin, wie wichtig es sei, Kameliden in das Gesetz aufzunehmen, während die Hundeverhaltensforscherin Dr. Anna Muir die Änderungen befürworte, insbesondere für Besitzer, die ihren Hunden unkontrolliertes Laufen erlauben. Sie warnte davor, dass selbst verantwortungsbewusste Hundeführer mit rechtlichen Problemen konfrontiert werden könnten, wenn ihre Haustiere auf Straßen oder bei Hofbewegungen auf streunendes Vieh stoßen.

Ländliche Anliegen und Reaktion der Industrie

Laut einer Umfrage der National Sheep Association meldeten 87 % der Schafzüchter im vergangenen Jahr einen Hundeangriff auf ihre Herde. Gavin Lane, Präsident der Country Land and Business Association, nannte die Gesetzesänderung einen „ernsthaften Fortschritt“ und erklärte, dass Landwirte keine Angst mehr vor Angriffen auf ihre Tiere haben müssten.

Die aktualisierte Gesetzgebung soll unverantwortliche Hundehaltung verhindern und die ländliche Wirtschaft schützen. Die langfristigen Auswirkungen hängen von der Durchsetzung und dem öffentlichen Bewusstsein ab.