Gericht in Maryland verbietet Städten, Ölkonzerne wegen Klimaschäden zu verklagen

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Der Oberste Gerichtshof von Maryland hat eine wichtige Rechtsstrategie von Städten und Landkreisen, die Ölkonzerne für klimawandelbedingte Schäden zur Rechenschaft ziehen wollen, effektiv zunichte gemacht. In einem Urteil vom Dienstag wies das Gericht die von Baltimore, Annapolis und Anne Arundel County eingereichten Klagen ab und bedeutete damit einen erheblichen Rückschlag für ähnliche Fälle im ganzen Land.

Der Kern des Streits

In den Klagen wurde argumentiert, dass große Öl- und Gasunternehmen „die Öffentlichkeit wissentlich über die Gefahren ihrer Produkte getäuscht haben“ und gezwungen werden sollten, für die Kosten der Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels aufzukommen. Diese juristische Taktik hat in den gesamten USA an Bedeutung gewonnen und im letzten Jahrzehnt wurden über drei Dutzend ähnliche Fälle eingereicht.

Das Gericht in Maryland entschied jedoch, dass das Bundesrecht dem Landesrecht vorgeht, wenn es um Luftverschmutzung geht, die über Staatsgrenzen hinausgeht. Dies bedeutet, dass staatliche Gerichte Emissionen nicht in einer Weise regulieren können, die im Widerspruch zu Bundesnormen steht. Die Richter warfen den Städten außerdem vor, Rechtsstreitigkeiten als Hintertür zur Regulierung der Treibhausgasemissionen zu nutzen – eine Befugnis, die den Bundesbehörden vorbehalten sei.

Warum das wichtig ist

Diese Entscheidung ist ein großer Sieg für die fossile Brennstoffindustrie, die seit langem gegen Klimahaftungsklagen kämpft. Das Urteil legt faktisch die rechtlichen Hürden für künftige Fälle höher und macht es für Kommunalverwaltungen schwieriger, ähnliche Ansprüche geltend zu machen.

„Keine noch so kreative Argumentation kann die Tatsache verschleiern, dass die lokalen Regierungen versuchen, staatliches Recht zu nutzen, um globales Verhalten zu regulieren, das angeblich globalen Schaden verursacht“, schrieb Richterin Brynja M. Booth in der Entscheidung.

Die Argumentation des Gerichts ist klar: Der Klimawandel ist ein globales Problem und Versuche, ihn durch staatliche Klagen zu regulieren, sind rechtlich ungültig. Die Richter betonten, dass selbst wenn das Bundesrecht die Verfahren nicht blockieren würde, sie aufgrund des Umfangs der Ansprüche dennoch nach Landesrecht scheitern würden.

Der breitere Kontext

Das Urteil verdeutlicht ein grundlegendes Spannungsverhältnis in der Klimapolitik: den Konflikt zwischen lokalen Bemühungen zur Bekämpfung von Umweltschäden und der Autorität der Bundesregierung in zwischenstaatlichen und internationalen Angelegenheiten. Während der wissenschaftliche Konsens zum Klimawandel stark ist, bleibt der rechtliche Rahmen für die Zuweisung von Schuld und Haftung stark umstritten.

Diese Entscheidung beendet die Debatte nicht, aber sie signalisiert, dass Gerichte möglicherweise nicht bereit sind, Klagen anzunehmen, die versuchen, die Bundeskompetenz zur Klimaregulierung zu umgehen. Der Kampf um die Verantwortung für den Klimaschutz wird wahrscheinlich weitergehen, allerdings mit einem klareren Verständnis der damit verbundenen rechtlichen Hürden.

Das Urteil des Obersten Gerichtshofs von Maryland bestätigt, dass staatliche Gerichte wahrscheinlich keinen schnellen Weg zu Klimaklagen bieten werden. Städte, die finanzielle Wiedergutmachung für Klimaschäden anstreben, müssen sich an die Bundeskanäle wenden, andernfalls riskieren sie ähnliche rechtliche Niederlagen.