Der Boom bei Rechenzentren gefährdet die britischen Netto-Null-Ziele

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Abgeordnete äußern Bedenken, dass der rasche Ausbau energieintensiver Rechenzentren in den Plänen des Vereinigten Königreichs, bis 2050 einen Netto-CO2-Ausstoß von Null zu erreichen, nicht angemessen berücksichtigt wird. Das Problem hat zu Forderungen nach Klärung seitens Energieminister Ed Miliband geführt, mit der Frage, ob die prognostizierten Emissionssteigerungen im Sechsten Kohlenstoffbudget des Landes ordnungsgemäß berücksichtigt wurden.

Die steigende Nachfrage nach Rechenzentren

Rechenzentren – riesige Einrichtungen mit leistungsstarken Computern, auf denen digitale Dienste wie Streaming, KI und Cloud Computing ausgeführt werden – sind für die Ambitionen Großbritanniens, eine „KI-Supermacht“ zu werden, von entscheidender Bedeutung. Allerdings verbrauchen diese Anlagen große Mengen an Strom, der teilweise aus fossilen Brennstoffen stammt, darunter gasbetriebene Generatoren.

Derzeit verlässt sich die britische Regierung auf einen CO2-Reduktionsplan, den Siebten Kohlenstoffhaushalt, der den wachsenden Einfluss dieser Zentren nicht ausdrücklich berücksichtigt. Laut Quellen des Department for Energy Security and Net Zero (DESNZ) fließen Emissionen von Rechenzentren in ihre Modellierung ein. Kritiker argumentieren jedoch, dass das Ausmaß des geplanten Ausbaus eine erhebliche Herausforderung für die Erreichung der Klimaziele darstellt.

Ausmaß der Expansion und politische Bedenken

Fast 100 neue Rechenzentren sind bereits in der Planungsphase, größtenteils finanziert von US-amerikanischen Technologieriesen wie Google. Das Vereinigte Königreich hat diese Anlagen als kritische nationale Infrastruktur eingestuft, was den lokalen Widerstand gegen ihren Bau begrenzt.

Der Umweltprüfungsausschuss unter Vorsitz des Labour-Abgeordneten Toby Perkins untersucht, ob die Regierung den Anstieg der Emissionen dieser Zentren genau prognostiziert hat. Die Bedenken konzentrieren sich darauf, ob das Siebte CO2-Budget eingehalten wird, wenn das Nachfragewachstum die Prognosen übersteigt.

Unterschiedliche Perspektiven

Über die Schwere des Risikos sind sich Experten uneinig. DESNZ gibt an, das Wachstum berücksichtigt zu haben, während Umweltgruppen wie Friends of the Earth warnen, dass die aktuellen Pläne die CO2-Bilanz möglicherweise nicht ausgleichen. Allein zehn der größten geplanten Rechenzentren könnten die jährlichen Emissionen des Vereinigten Königreichs um 2,75 Millionen Tonnen CO2 erhöhen, wodurch die erwarteten CO2-Einsparungen durch die Einführung von Elektrofahrzeugen im Jahr 2025 effektiv zunichte gemacht würden.

Stromnachfrage und zukünftige Unsicherheit

Es wird erwartet, dass der Strombedarf von Rechenzentren von 7,6 TWh im Jahr 2025 auf 30 bis 71 TWh im Jahr 2050 ansteigen wird. Der National Energy System Operator (NESO) geht davon aus, dass die Nutzung von Gas vor Ort als Notstromquelle zunehmend infrage kommt.

Während einige innerhalb der Regierung die Bedrohung herunterspielen, bleibt das Problem eine kritische Herausforderung. Der Vorstoß von Premierminister Keir Starmer nach KI-Führung durch KI-Wachstumszonen beschleunigt die Entwicklung von Rechenzentren weiter und erhöht den Einsatz für die Erfüllung der Netto-Null-Verpflichtungen.

Fazit

Der Ausbau von Rechenzentren stellt eine echte Bedrohung für die Netto-Null-Ziele des Vereinigten Königreichs dar, da die aktuelle Politik ihren Energiebedarf und ihre Emissionen möglicherweise nicht vollständig berücksichtigt. Die Herausforderung besteht darin, Innovation und Klimaverantwortung in Einklang zu bringen und sicherzustellen, dass das Streben nach KI-Führung nicht auf Kosten von Umweltzielen geht.