Wenn Aufgeben der beste Weg nach vorne ist

0
3

Die Geschichte des kleinen Motors, der es konnte – und immer wieder „Ich glaube, ich kann“ skandierte – ist tief in unserer Kultur verwurzelt. Die moderne Psychologie legt jedoch nahe, dass der effektivste Weg zum Erfolg manchmal nicht in beharrlicher Beharrlichkeit liegt; Es geht darum, zu wissen, wann man aufhören muss.

Die kulturelle Tendenz zur Beharrlichkeit

In vielen Industriegesellschaften, einschließlich der Vereinigten Staaten, wird das Festhalten an einer Aufgabe, egal wie schwierig, hoch geschätzt. Andreea Gavrila, Psychologieexpertin an der Université du Québec à Montréal, erklärt, dass „wir Beharrlichkeit und Beharrlichkeit schätzen“, oft mit einem Fehler. Diese Denkweise erstreckt sich auch auf unser Privatleben, insbesondere im Zusammenhang mit Neujahrsvorsätzen: Wir neigen dazu, Aufgaben hinzuzufügen, anstatt kritisch zu prüfen, was uns nicht mehr dient.

Die Wissenschaft des Loslassens

Forscher beginnen, die kontraintuitive Vorstellung zu erforschen, dass das bewusste Aufgeben von Zielen von Vorteil sein kann. Rachit Dubey, der an der UCLA menschliche Motivation erforscht, schlägt vor, dass das Jahresende eine Zeit der Neubewertung sein sollte: „Was brauche ich in meinem Leben nicht mehr?“ Das fortgesetzte Verfolgen unpraktischer, kostspieliger oder falsch ausgerichteter Ziele kann zu körperlichen und geistigen Gesundheitsproblemen führen. Doch das Aufgeben bringt ein soziales Stigma mit sich, das es schwieriger macht, als einfach durchzuhalten.

Der Prozess des Aufhörens erfolgt nicht augenblicklich; Es kann Monate oder sogar Jahre dauern – ähnlich wie die Beendigung einer Beziehung. Das Loslassen tief verwurzelter Ziele erfordert emotionale Arbeit und kann chaotisch sein.

Warum wir Schwierigkeiten haben, aufzuhören

Ziele geben Orientierung und Sinn, wie Nikos Ntoumanis, Experte für Motivationswissenschaft an der Universität Süddänemark, feststellt. Allerdings sind nicht alle Ziele gleich wertvoll. Der Sunk-Cost-Bias – die Tendenz, weiterhin in etwas zu investieren, nur weil man sich bereits Mühe gegeben hat – spielt eine wichtige Rolle dabei, warum Menschen an gescheiterten Unternehmungen festhalten.

Experimente bestätigen dies: Selbst in Szenarien mit geringen Einsätzen, wie einem einfachen Online-Spiel, fällt es den Menschen schwer, ineffektive Strategien aufzugeben. Dubeys Team an der UCLA stellte fest, dass Spieler viel länger als rational notwendig an fehlgeschlagenen Optionen festhielten, was ein Verhalten im wirklichen Leben widerspiegelt, bei dem die emotionale Investition höher ist.

Die Rolle des Gehirns beim Engagement

Untersuchungen deuten sogar darauf hin, dass dieses Verhalten fest in unserem Gehirn verankert sein könnte. Studien an Vögeln, Nagetieren und sogar Menschen mit Hirnschäden zeigen eine Tendenz, bei Aufgaben zu bleiben, selbst wenn ein Wechsel bessere Ergebnisse bringen würde. Eine Schädigung des präfrontalen Kortex – der für die Zukunftsplanung verantwortlich ist – scheint diese Zurückhaltung gegenüber Kursänderungen zu verringern.

Mit Absicht aufhören

Der Schlüssel zum effektiven Aufhören liegt darin, warum Sie es tun. Motivation spielt eine entscheidende Rolle: Ziele, die aus innerer Unzufriedenheit aufgegeben werden, lassen sich leichter aufgeben als solche, die durch äußeren Druck erzwungen werden. Eine Studie aus dem Jahr 2022 mit über 900 Teilnehmern zeigte, dass Menschen, die aus eigenen Gründen aufgeben, sich deutlicher zurückziehen als diejenigen, die unter Zwang aufhören.

Der Ausstiegsprozess verläuft selten reibungslos. Zweifel, Nachdenken und anhaltende Anhaftung sind weit verbreitet. Aber das Festhalten an überholten Zielen kann Ihrem Wohlbefinden aktiv schaden. Manchmal ist der Mut zu sagen: „Ich glaube, ich kann nicht“ der erste Schritt, um einen neuen Weg zu finden, der wirklich wichtig ist.

Letztlich geht es bei der Erkenntnis, wann man aufhören sollte, nicht ums Scheitern; Es geht um eine strategische Neuausrichtung und die Schaffung von Raum für sinnvollere Aktivitäten.