Ein bemerkenswert vollständiges Fossil, das in Baja California entdeckt wurde, hat Paläontologen einen seltenen Einblick in das Leben kleiner Säugetiere gewährt, die neben Dinosauriern gediehen. Forscher haben eine neue Art, Cimolodon desosai, beschrieben und neue Erkenntnisse darüber gewonnen, wie es diesen alten Lebewesen gelang, die ökologischen Belastungen der späten Kreidezeit zu überleben.
Ein seltenes Fenster ins Mesozoikum
Das 2009 in der El Gallo-Formation in Mexiko gefundene Exemplar ist etwa 75 Millionen Jahre alt. Im Gegensatz zu vielen multituberkulösen Fossilien, die oft auf einzelne Zähne beschränkt sind, umfasst diese Entdeckung einen Schädel, Kiefer und Teile des Skeletts, einschließlich eines Oberschenkelknochens und einer Elle.
Dieser Erhaltungsgrad ist außergewöhnlich. Gregory Wilson Mantilla, Paläontologe an der University of Washington und Kurator am Burke Museum, stellte fest, dass es schwierig sei, derart vollständige Überreste in dieser spezifischen Region zu finden. Die Vollständigkeit des Fossils ermöglicht es Wissenschaftlern, über die bloße Identifizierung hinauszugehen und ein detailliertes Verständnis der Größe, Form und Fortbewegung des Tieres zu erhalten.
Zu den Hauptmerkmalen von Cimolodon desosai gehören:
* Größe: Ungefähr die Größe eines modernen Goldhamsters und wiegt etwa 100 Gramm.
* Ernährung: Allesfresser, der sich wahrscheinlich von Früchten und Insekten ernährt.
* Lebensraum: Kann sich sowohl auf dem Boden als auch in Bäumen bewegen.
Warum dies für die Evolutionsgeschichte wichtig ist
Die Entdeckung von Cimolodon desosai ist nicht nur für sich genommen bedeutsam, sondern auch wegen dem, was sie uns über das Überleben von Säugetieren verrät. Die Gattung Cimolodon war in der letzten Epoche des Dinosaurierzeitalters im westlichen Nordamerika von Kanada bis Mexiko weit verbreitet.
Entscheidend ist, C. desosai stellt eine Vorfahrenlinie der Art dar, die das Massenaussterben überlebte, das die Nicht-Vogel-Dinosaurier auslöschte. Seine Merkmale – kleine Körpergröße und eine Allesfresser-Ernährung – scheinen entscheidende Vorteile gewesen zu sein. In einer unbeständigen Umgebung, die von großen Reptilien dominiert wird, ermöglichte die kleine Größe ein leichteres Verstecken und einen geringeren Ressourcenbedarf, während eine anpassungsfähige Ernährung die Ernährungssicherheit gewährleistete, wenn bestimmte Ressourcen knapp waren.
„Er und seine Nachkommen waren relativ klein und Allesfresser – zwei Eigenschaften, die für das Überleben von Vorteil waren.“
— Professor Gregory Wilson Mantilla
Lücken im Fossilienbestand schließen
Dieser Fund trägt zu einem umfassenderen Verständnis der Multituberkula-Gruppe bei, einer vielfältigen Ordnung ausgestorbener Säugetiere. Es ist mittlerweile bekannt, dass die lokale Fauna der El-Gallo-Formation 16 Exemplare umfasst, die drei multituberkulöse Arten repräsentieren, eine metatherische (beuteltierähnliche) und eine eutherische (plazentaähnliche) Art.
Biogeografisch gesehen weist die Fauna starke Verwandtschaften mit der lokalen Terlingua-Fauna im Westen von Texas auf. Diese Verbindung hilft Forschern herauszufinden, wie alte Ökosysteme in ganz Nordamerika miteinander verbunden waren, bevor sich die Geographie des Kontinents dramatisch veränderte.
Fazit
Die Beschreibung von Cimolodon desosai unterstreicht die Widerstandsfähigkeit kleiner, anpassungsfähiger Säugetiere während der späten Kreidezeit. Durch die Erhaltung eines nahezu vollständigen Skeletts bietet dieses Fossil eine greifbare Verbindung zu den Vorfahren moderner Säugetiere und zeigt, wie bescheidene Größe und Ernährungsflexibilität eine entscheidende Rolle beim Überleben einer der dramatischsten ökologischen Veränderungen der Erde spielten.
