Wir müssen über Bruce Willis reden.
Ich habe mir kürzlich Armageddon noch einmal angeschaut. Sie kennen die Szene. Ölbohrer. Raum. Ein Asteroid von der Größe von Texas ist auf dem Weg zum Einschlag. Der Film behandelt den Stein wie eine Bombe, die entschärft werden muss.
Es ist keine Bombe. Es ist eine Ressource.
Während sie Hollywood für einen Moment vergessen, betrachten Wissenschaftler dieselben schwebenden Felsen mit ganz anderen Augen. Nicht als Drohungen, die in die Luft gesprengt werden müssen, sondern als Lagerhäuser aus Metall und Treibstoff, die darauf warten, geöffnet zu werden. Speziell für den Mars.
Die Logistikfalle
Der Mars ist ein harter Ort. Der Bau einer Kolonie ist zwar ein Wunderwerk der Ingenieurskunst, aber der wahre Feind ist die Logistik. Es klingt langweilig. Ich verspreche Ihnen, das ist der Unterschied zwischen einem temporären Forschungsaußenposten und einer dauerhaften menschlichen Zivilisation.
Denken Sie über die Grundlagen nach. Ein Lebensraum braucht Struktur. Stahl. Aluminium. Eisen. Werkzeuge gehen kaputt. Die Dinge nutzen sich ab. Wenn Sie derzeit einen Schraubenschlüssel auf dem Mars benötigen, warten Sie sechs bis neun Monate auf einen Nachschub von der Erde, je nachdem, wie die Planeten ausgerichtet sind.
Die Kosten pro Tonne? Dutzende Millionen.
Auf dieser Lieferkette kann man keine Gesellschaft leiten. Es ist zu teuer, zu langsam und zu zerbrechlich. Wenn Sie alles von zu Hause aus verschicken, wird die Kolonie verhungern, bevor sie sich zum ersten Mal aufbauen kann.
Die Mathematik funktioniert
Ein Team der EPFL in der Schweiz beschloss, die Tabelle zu lösen.
Sie betrachteten Millionen von Asteroiden. Nicht die gefährlichen. Die M-Typen. Riesige Klumpen aus Nickel und Eisen schweben im Hohlraum. Sie führten Computersimulationen durch, um zu sehen, ob der Abbau und die Lieferung der Waren zum Mars tatsächlich funktionieren könnte.
Die Antwort war ja. Mit Vorbehalten.
Das Geheimnis liegt im Treibstoff. Standardraketen transportieren Treibstoff von der Erde. Das ist für Hin- und Rückfahrten ineffizient. Stattdessen untersuchten die Forscher kohlenstoffhaltige Asteroiden. Diese Gesteine sind reich an Wassereis und Kohlenstoff.
Extrahieren Sie diese Materialien aus dem Felsen. Verwandeln Sie sie im Weltraum in Raketentreibstoff. Benutzen Sie diesen Treibstoff für die Heimreise zum Mars.
Es entsteht ein geschlossener Kreislauf.
Die Kolonie auf dem Mars braucht zwar Bauarbeiter, aber sie braucht eine Lieferkette, die die Mission nicht ruiniert.
Die richtigen Steine auswählen
Die Studie sagte nicht nur: „Es ist möglich.“ Es identifizierte konkrete Ziele.
Der Energieaufwand für die Reise zu bestimmten Asteroiden ist gering. Die Masse an extrahierbarem Metall ist hoch. Wenn Sie die Treibstoffproduktion vor Ort berücksichtigen, wird die Mission realisierbar. Wählen Sie jedoch den falschen Stein, verbrennen Sie mehr Brennstoff, als das Metall wert ist. Auswahl ist wichtig.
Bedeutet das, dass wir nächstes Jahr Asteroidentraktoren haben? Nein.
Die Technologie existiert noch nicht. Aber die Physik tut es. Das Logistikmodell hält. Es beweist, dass die Aufrechterhaltung eines multiplanetaren Lebens zu 100 % möglich ist, wenn wir Asteroiden nicht mehr als Weltraummüll betrachten, sondern sie als Inventar betrachten.
Wer bekommt also die erste Schicht? Die Ingenieure beschäftigen sich mit Lebensräumen. Vielleicht sind es die Logistikexperten, die die Erde endlich klein erscheinen lassen. 🪐
