Der ungarische Wissenschaftler, der alles auf RNA setzt

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Katalin Karikó hatte nicht vor, die Welt zu verändern. Sie wollte einfach nur verstehen, wie Zellen funktionieren. Der in Ungarn geborene Biochemiker war von Boten-RNA besessen. Es klang wie eine Sackgasse. Jahrelang glaubten Wissenschaftler, mRNA sei zu zerbrechlich und zu entzündlich, um jemals in der Medizin eingesetzt zu werden. Es löste Immunalarme aus, die das therapeutische Potenzial zerstörten, bevor es seine Wirkung entfalten konnte.

Karikó sah einen anderen Weg.

Sie konzentrierte sich auf die Modifikation der Nukleoside – der Bausteine ​​der RNA. Durch den Austausch bestimmter Moleküle reduzierte sie die Entzündungsreaktion. Diese einzige Optimierung verwandelte mRNA von einer biologischen Kuriosität in ein brauchbares Vehikel für die Medizin. Dadurch konnte das Molekül Anweisungen in Zellen transportieren, ohne Panik auszulösen.

Dieser Durchbruch ist die Grundlage für die 2021 eingeführten mRNA-Impfstoffe. Als die COVID-19-Pandemie ausbrach, war die Technologie bereit. Diese Impfstoffe wirken, indem sie das Immunsystem anweisen, bestimmte Krankheitserreger zu erkennen. Sie enthalten nicht das Virus selbst. Sie enthalten eine Blaupause. Der Körper liest den Bauplan, baut das Protein auf und lernt, den Eindringling zu bekämpfen.

Ohne Karikós Beharrlichkeit hätte dieser Zeitplan möglicherweise ganz anders ausgesehen. Ihre Arbeit bewies, dass sich die Wissenschaft nicht immer geradlinig bewegt. Manchmal braucht es jemanden, der bereit ist, jahrzehntelang allein zu bleiben.