Das lange Schweigen

0
21

Niemand ist weiter von zu Hause entfernt als die Artemis-II-Astronauten.

Also. Bisher.

Die Erde schrumpft in ihrem Spiegel, aber die Linie nach Houston bleibt bestehen. Konstante. Ruhig. Eine Leine. Dann schnappt es.

Hinter dem Mond. 23:47 BST. Montagabend.

Der Mond selbst blockiert die Signale. Radio stirbt. Laser verblassen. Nur vier Menschen. Vierzig Minuten Leere.

Die Stille trifft hart.

Victor Glover möchte, dass die Welt dies spürt. Nicht nur zuschauen. „Wenn wir hinter dem Mond sind“, sagte er uns. „Lasst uns beten. Gute Gedanken senden.“ Er möchte, dass sich der Globus mit der Kapsel synchronisiert. Zu hoffen, dass sie zurückkommen.

Das werden sie. Wahrscheinlich.

Das haben wir schon einmal gesehen. Vor fünfzig Jahren. Apollo-Tage. Michael Collins. Der einsamste Kerl der Welt.

Während Armstrong und Aldrin ausstiegen, blieb Collins zurück. Im Befehlsmodul. Allein. Die andere Seite verschluckte ihn. Achtundvierzig Minuten Schwarz. Er nannte es in Carrying the Fire „wirklich allein“. Vom Leben selbst isoliert. Aber keine Angst. Einfach Frieden.

Eine Pause von Houstons ständigem Geschwätz. Schöne Pause? Vielleicht.

Hier vor Ort fühlt es sich anders an.

Bei Goonhilly in Cornwall. Die große Schüssel starrt nach oben. Den Orion lokalisieren. Daten nach Hause füttern. Matt Cosby leitet die technische Seite. Er sagt, seine Hände werden schwitzen.

„Zum ersten Mal ein Schiff mit Menschen verfolgen.“ WAHR. „Nervös, wenn es zurückgeht. Aufgeregt, wenn es herausspringt.“ Es geht darum zu wissen, dass sie am Leben sind.

Dieser Ausstieg wird nicht ewig dauern. Die Hoffnung ist ewig? Nein. Es ist Logistik.

Die NASA baut Stützpunkte. Agenturen bauen auf. Mit toten Kanälen kann man nicht auf der dunklen Seite leben. „Brauchen vollständige Kommunikation“, sagt Cosby. „Rund um die Uhr. Sogar da hinten.“

Die Erkundung wartet auf niemanden. Und auch die andere Seite birgt Geheimnisse.

Haben wir die Technik?

Vielleicht bald. Vielleicht auch nicht.

Die Uhr tickt. Noch vierzig Minuten.

„Nehmen wir das als Chance.“