Das frühe 20. Jahrhundert war eine seltsame Zeit für klassische Musik in Frankreich. Sie hatten das schwere, emotionale Gewicht der deutschen Romantik, das die Dinge nach unten zog. Richard Wagner und Richard Strauss waren überall. Ihre Musik war üppig. Es war chromatisch. Es war riesig. Dann war da noch Claude Debussy, dessen impressionistischer Stil einen anderen dichten, atmosphärischen Klang bot.
Betreten Sie Les Six.
Eine Gruppe von sechs jungen französischen Komponisten beschloss, auszusteigen. Sie wollten keine Sinfonien schreiben, die einen eine Stunde lang zum Weinen bringen. Sie wollten Klarheit. Sie wollten Witz. Sie wollten es dem Establishment überlassen.
Die Gruppe bestand aus Darius Milhaud, Francis Poulenc, Arthur Honegger, Georges Auric, Louis Durey und Germaine Tailleferre. Das ist eine Mischung aus Talent. Poulenc brachte Melodie. Honegger brachte rhythmischen Schwung mit. Milhaud war erfinderisch. Tailleferre war die einzige Frau im Rudel, was für die damalige Zeit eine Seltenheit war.
Sie haben keine formelle Schule gegründet. Sie haben kein Manifest unterzeichnet. Sie mochten einfach denselben Kerl.
Warum Erik Satie wichtig ist
Man kann nicht über Les Six sprechen, ohne über Erik Satie zu sprechen. Er war ihr Guru. Der ältere Mann führte ein skurriles Leben und schrieb Musik, die karg, ironisch und seltsam modern war. Die jungen Komponisten betrachteten ihn wie einen Propheten. Sie wollten seine „neoklassischen“ Tendenzen nachahmen, bevor der Begriff überhaupt existierte. Sie wollten Musik, die wie das Leben klang. Nicht das Leben, wie es die Romantiker malten, sondern das Leben, wie es tatsächlich war. Kiesig. Urban. Täglich.
Jean Cocteau war die andere Schlüsselfigur. Er war ein Dichter. Ein Provokateur. Ein Mann, der das Chaos liebte, es aber wunderbar strukturierte. Er lieferte den intellektuellen Treibstoff. Er schrieb den Text für ihre berühmteste Zusammenarbeit. Er drängte sie, den „schweren“ Stil abzulehnen. Er forderte eine Rückkehr zur Einfachheit. Um Linien zu klären. Zum Humor.
Das Etikett, das irgendwie hängen blieb
Hier wird es chaotisch. Die Gruppe war nicht wirklich eine Gruppe. Sie waren Freunde. Sie kannten sich. Sie hingen rum. Aber sie betrachteten sich nicht als Einheit.
Ein Kritiker namens Henri Collet machte sie zu einer Einheit. Im Januar 1920 schrieb Collet einen Artikel für Comoedia mit dem Titel „Die russischen Fünf, die französischen Sechs und M. Erik Satie“. Er wollte eine Parallele ziehen. Er betrachtete Die Fünf – die nationalistischen russischen Komponisten wie Rimski-Korsakow und Mussorgski. Sie hatten eine bestimmte Agenda. Sie wollten eine eindeutige russische musikalische Identität schaffen.
Collet glaubte, dass Les Six eine ähnliche Mission hatte. Er wollte, dass sie eine eindeutige französische Identität schaffen. Eines, das nicht deutsch war. Eines, das nicht Debussys Dunst war. Er nannte sie Les Six. Der Name blieb hängen. Das Publikum liebte es. Die Presse lief mit.
Aber die Komponisten selbst? Sie hassten das Etikett. Es war künstlich. Collet hatte sie zusammengeschoben, weil es eine gute Geschichte war. Jeder von ihnen hatte einen anderen Geschmack. Verschiedene Stärken. Verschiedene Wege.
Klang und Substanz
Trotz der falschen Gruppierung kann man hören, wovon Collet sprach. Ihre Musik teilt eine



















