Das Schreiben auf gespannte Tierhäute war nicht gerade eine neue Idee, als die alten Griechen auftauchten. Schon seit Jahrhunderten schabten und trockneten die Menschen Häute. Aber irgendwann um das 2. Jahrhundert v. Chr. änderten sich die Dinge in Pergamon (heute Bergama, Türkei). Daher kommt auch der Name Pergament. Die Stadt hat das Konzept des Schreibens auf Haut nicht unbedingt erfunden. Sie haben den Prozess perfektioniert.
Der Durchbruch war mechanisch. Durch eine neue Methode des Reinigens, Dehnens und Schabens wurde das Material dünn genug, um auf beiden Seiten schreiben zu können. Davor waren Sie hauptsächlich mit Schriftrollen beschäftigt. Eine Seite nach der anderen. Es war ungeschickt. Es war ineffizient. Mit einer besseren Vorbereitung könnten Schreiber aus einem einzelnen Blatt zwei Seiten machen. Diese technische Änderung hat die Schriftrolle zerstört. Daraus entstand der Kodex. Das gebundene Buch. Wir verwenden das Format auch heute noch, weil einige erfahrene Metzger in der Türkei herausgefunden haben, wie man Ziegenhaut besser lesbar macht.
Warum Pergament zum Goldstandard wurde
Nicht jedes Pergament ist gleich. Der Begriff Pergament tauchte später auf, um hochwertigere Materialien zu beschreiben. Es stammte aus den empfindlichsten Häuten. Denken Sie an Kälber, Zicklein oder neugeborene Lämmer. Manchmal tot geboren. Je feiner die Haut, desto glatter das Finish.
Das frühe Pergament war wirklich von guter Qualität. Wir sprechen von Manuskripten aus dem 6. Jahrhundert n. Chr., die Jahrtausende überdauerten. Dann stieg die Nachfrage sprunghaft an. Die Qualität brach ein. Der Markt wurde mit minderwertigen Materialien überschwemmt. Die Leute wollten einfach nur Bücher. Billige Bücher. Erst im 12. Jahrhundert verbesserten sich die Standards in Westeuropa wieder. Schreiber wollten weiches, geschmeidiges Pergament. Sie brauchten Material, das Tinte aufnehmen konnte, ohne auszubluten oder zu reißen.
Es gab auch einen Kosmetikmarkt. In Konstantinopel produzierten sie eine prächtige Version des Materials. Sie haben es in einem tiefen, satten Lila gefärbt. Dann beschrifteten sie es mit Silber und Gold. Der heilige Hieronymus nannte es einen nutzlosen Luxus. Er hatte wahrscheinlich recht. Der violette Farbstoff hielt nicht. Es ist verblasst oder abgerieben. Aber das Gold? Das blieb hängen.
Die Praxis, Manuskripte mit Gold, Silber und anderen leuchtenden Farbtönen zu „beleuchten“, kam im europäischen Mittelalter auf. Es ging nicht nur um die Lesbarkeit. Es ging um den Status. Es ging darum anzugeben. Ein Buch war nicht nur ein Behälter für Text. Es war ein Objekt. Ein Juwel.
Was Pergament heute bedeutet
Wenn Sie in einem modernen Küchenfachgeschäft einen Block „Pergamentpapier“ kaufen, erhalten Sie keine Tierhaut. Sie bekommen Zellstoff und Lumpen. Hochwertiges Papier mit besonderer Veredelung. Der Begriff ist gewandert. Es beschreibt nun eher eine Textur oder ein Aussehen als einen materiellen Ursprung.
Die alte Definition bleibt spezifisch. Es bezieht sich auf die verarbeiteten Häute. Schaf. Ziegen. Kälber. Diejenigen, die es uns ermöglichten, vom Scrollen durch die Geschichte zum Durchblättern überzugehen. Der physische Wandel von der Rolle zur gebundenen Seite ist der Grund, warum wir Bücher in Regalen stapeln können. Warum wir sie in Taschen transportieren können. Warum wir nicht jedes Mal, wenn wir einen Absatz lesen wollen, eine zehn Meter lange Röhre ausrollen müssen.
Alles nur, weil jemand in Pergamon beschlossen hat, etwas härter zu kratzen.
Die Entwicklung der Schreibmaterialien
**Wie entstand der Kodex























