Hollywood liebt ein Remake. Neustarts sind dort die Regel. Erfolg? Gemischte Tüte. Reden wir nie wieder über Nightmare on Elm Street. Malerei? Nicht so sehr. Normalerweise zucken die Leute bei dem Gedanken zusammen, dass jemand einen Klassiker neu interpretiert. Es sei denn, es kommt aus dem Weltraum.
Dann schauen Sie vielleicht zweimal hin.
Die Dark Energy Camera, oder DECam, hat genau das getan. Es hat die Molekülwolke Corona Australis eingefangen. Das Ergebnis? Es sieht genauso aus wie Van Goghs „Sternennacht“, nur kosmisch.
Die Ähnlichkeit ist kein Zufall der Pinselstriche, sondern des Lichts.
Die Wolke ist etwa 430 Lichtjahre entfernt. Schließen. Für Weltraumentfernungen sehr nah. Er ist nur 16 Lichtjahre breit und damit einer der Sternenkindergärten, die unserem Sonnensystem am nächsten liegen. Schauen Sie links vom DECam-Rahmen. Da ist die Action. Dunkle Gassen und Staubspuren. Die Rohstoffe für den Aufbau neuer Sterne.
Auf derselben linken Seite befindet sich ein heller Fleck. NGC 6726, der leuchtende Nebel. Es reflektiert das Licht neugeborener Sterne, die tief in der Molekülwolke vergraben sind. Interstellarer Staub erzeugt hier kein eigenes Licht, sondern leiht sich etwas.
Zerlege es. NGC 6679 hat Teile. Ganz links ist eine orangefarbene Wolke zu sehen. Eigentlich ist das R Coronae Australis. Ein binäres System. Zwei Sterne umkreisen einander alle 45 Jahre. Einer befindet sich vor der Hauptsequenz, was bedeutet, dass er an Masse zunimmt und noch nicht mit der Fusion von Wasserstoff zu Helium begonnen hat. Nur ein hungriger Babystar. Sein Partner? Ein Roter Zwerg. Sie sind hell. Fast blendend.
Ihr Licht trifft auf den Staub in der Nähe. Reflexionsnebel leuchten auf. Die Strahlung ionisiert auch das umgebende Gas. Boom. Emissionsnebel. Leuchtende Rot- und Blautöne. Teil von NGC 6720? Sicher. Es ist eine Mischung aus Reflexion und Emission. Komplizierte Dinge, die durch einen Kamerasensor einfach aussehen.
Schauen Sie nach oben und nach rechts. Die Stimmung ändert sich komplett.
Hier liegt NGC 6523, der Kronleuchterhaufen. Es ist weit. Etwa 29.000 Lichtjahre entfernt. Die meisten dieser Sterne sind alt. Wirklich alt. Tatsächlich gehören sie zu den ältesten in der Milchstraße. Ein Kugelsternhaufen enthält Tausende, vielleicht Millionen von ihnen, verpackt in einer Kugel. Aber seien Sie nicht zu nostalgisch. Es brennen nicht nur alte Steine. Es sind auch jüngere Stars dabei. Ein Brocken. Als würde man in einem Haufen toter Blätter einen Spross finden.
Astronomen kennen diesen Himmel gut. Amateure machen Fotos von Corona Australis. Fachleute untersuchen den Kronleuchterhaufen nach Hinweisen auf die Vergangenheit unserer Galaxie. Warum?
Denn zu wissen, wie Sterne entstehen, hilft uns zu wissen, wer wir sind.
Die Kamera zeigt uns nur, dass die alten Meister und die neuen Teleskope dasselbe sehen. Schönheit. Chaos. Licht dreht sich im Dunkeln.
Wie sieht der Rest des Himmels aus? Wahrscheinlich langweilig. Aber das ist nicht der Grund, warum wir suchen.


























